Samstag, 21. Januar 2017

Reisen

Fast 5 Monate sind um. Zwischen Abschied und Ankommen, dann irgendwo leben. Mit jedem Tag den wir fuhren wurde klar, dass wir genau das Richtige tun. Den überfüllten Kleiderschrank auf einen Schuhkarton aus einem Hauch von Klamotten reduzieren. Wie schön es ist, dass alles was wir brauchen in diesem Auto ist. Diese paar Quadratmeter auf den wir leben und dabei zu merken wie man mit so wenig so glücklich ist. Mir fehlen etwas die Worte, weil was für eine Zeit geht vorbei. 
Der Fluss wurde zur Dusche, fließendes Wasser zur Besonderheit, Frühstücken in der Morgensonne, nachts mit offener Tür daliegen und hoch zum Himmel schauen. War alles nicht immer einfach, aber für 3 Monate umsonst campen, bisschen die Äste von Kiwibäumen abzwicken um etwas Geld zu verdienen, Pferdeäpfel einsammeln, die "paar Mückenstiche" und mit oder ohne das bisschen Abwasch am Abend würde ich es direkt wieder machen.  


Der Gedanke Familie und Freunde sind auf der anderen Seite der Welt und nicht mehr einmal über die Straße rüber laufen entfernt oder nebenan im nächstem Dorf, wird weiterhin komisch bleiben. Aber sowieso wird Entfernung viel zu überbewertet, Zeitverschiebung ist da schon weniger ideal. Hätte selbst nicht gedacht, dass ich meine Mama morgens aus dem Bett klingel, nur damit ich ihre Stimme höre die mir Mut zuredet. Dazu ein Hoch auf die heutige Technik. 
Ich war vor dem Ganzen hier fester Überzeugung mit einer Person 5 Monate zusammenleben krieg ich nicht hin. Ich bin halt ein Mensch der brauch seine Ruhe ganz egal vor wem. Mittlerweile habe ich das Gefühl genau andersrum kann ich nicht mehr. 
Was eine Reise, weil es wirklich alle Vorstellungen übertroffen hat. All die Leute die wir kennengelernt haben, die unendlich langen Straßen, die wunderschönen einsamen Strände, dieses einfach losfahren, Wasserfälle und all die Momente die wir aus vollem Herzen gelacht haben. Das ganze Zusammenleben einfach. Gleichzeitig ist der Gedanke, bald mit meinem Rucksack allein durch die Gegend zu holpern, bei neuen Leuten zu wohnen und mich langsam aber hoffentlich sicher auf den Weg nach Australien zu machen, auch ziemlich spannend.


So und jetzt werde ich mich zurück in mein kleines zuhause begeben, denn ich wurde gerade höfflich gebittet den McDonalds allmählich zu verlassen. Ich bin wirklich kein Freund von diesem Laden, ich trinke meine unglaublich ungesunde Cola auch nur um einen warmen Abend mit Wlan zu verbringen. Aber ich will mich gar nicht beschweren, denn unter freiem Himmel zu schlafen oder mit Blick auf Berge und Meer aufzuwachen ist auch nicht so übel. Außerdem mit seiner Kindergartenfreundin durch die Gegend zu düsen, das werd ich schon bald ziemlich vermissen.

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