Samstag, 10. März 2018

viereinhalb Jahre..


Ich hab immer nur davor Angst gehabt was das nächste Tief sein wird, ohne daran zu denken was mich erwartet wenn alles gut wird.


Ich habe vor zwei Monaten die Nachricht bekommen, endlich wieder zu den gesunden Menschen unter uns zu zählen. Ich kann es immer noch nicht fassen und hab dementsprechend kein Wort dafür gefunden, dass mein größter Wunsch endlich in Erfüllung gegangen ist.

Somit ist dieser Blogpost für mich abzuschließen, an die die fragen, an die die mich gefragt haben und ich keine Antwort gegeben hab. Sonst ist es für die die gerade einfach nichts besseres zu tun haben.


Die letzten Jahre war eigentlich alles wofür ich Augen hatte gesund zu werden und gleichzeitig immer jeden Moment im Vollsten zu genießen, bevor es noch schlimmer wird. Wollte auch wenn alles noch so schief ging immer das Gute sehen. Am Ende lag es wohl immer an mir, wieder aufzustehen, meine Ernährung sauber zu halten und meine Übungen zu machen. Aber wo wäre ich heute ohne die ganze Unterstützung und so viel Liebe?
Die Diagnose Rheuma und der damit verbundene Schmerz hat mich ordentlich aus der Bahn geschmissen, hab so einiges aufgeben müssen und leider zog die Krankheit noch so einige andere Sachen mit sich. Ich bin jetzt gesund, noch lange ist nicht alle perfekt und ich bin auch noch nicht dort wo ich sein will, aber das kommt noch.
Ich bezeichne mich noch immer als Vegetarier, vegan hab ich aber schon vor einiger Zeit wieder hin geschmissen (ich würd sagen 70/80% Veganerin) und Weizen versuche ich auch noch so gut wie möglich nen Bogen drum zu machen, aber wer kann nem Croissant schon widerstehen?
Das dazu.


Krank sein ist scheiße, große scheiße, was sind mir für Wuttränen letzen Oktober und November über meine Wange gelaufen. Eigentlich taten sie dass schon Jahre, aber ich dachte zu der Zeit das wären die letzten für eine Weile und dann kommt da die nächste scheiße in die man mit voller Unwissenheit rennt. Ganz egal, ich will nicht sagen wie scheiße diese Welt ist, denn ich glaub ich bin momentan ganz weit oben was glücklich sein anbelangt. Man ey und wie. Ich muss auch sagen es gibt nichts besseres denn ich war mal fest davon überzeugt, man kann das alles auch ganz gut übertuschen. Das geht auch eine Weile, aber irgendwann sind die Augenringe dann doch dunkler und der Schmerz doch schneller als man rennen kann.
Rennen ist ein gutes Stichwort, denn vor etwas weg gerannt bin ich ständig und bin wohl auch immer noch dabei zu lernen es nicht zu tun.


Das funktioniert ne Zeit, es mal auszublenden und manchmal sind Momente so wahnsinnig dass wir es fast vergessen. Wir hören auf anzuhalten, müssen in Bewegeung bleiben, denn wenn wir aufhören fängt es an einen einzuholen.
Ich hab das so gerne gemacht.
Diese Momente wo wir stehen bleiben sind dann die Nächte in denen wir da liegen wir können aber nicht liegen. Es ist das Gefühl als müssten wir jedes Körperteil in regelmäßigen Abstand bewegen und haben wir damit angefangen, sind wir hellwach. Versuchen zu Träumen, versuchen still zu liegen, es auszublenden. Albträume, Zucken in der Nacht, aufschrecken. Aufstehen und funktionieren.


Ich kann es jedem raten, den Schmerz zu spüren, die Wut auf was auch immer rauszulassen. Das ist was ich gelernt habe: Lass den Schmerz wehtun, fühl ihn, lass ihn dich auf den Boden fallen, was immer du brauchst um es so doll schmerzen zu lassen wie es geht und dann nimm all die Kraft die in dir steckt, lass dir Kraft geben und steh auf.
Ich kann mit Sicherheit sagen, Dinge vor denen man weg läuft sind schneller. Außerdem wird man ein verdammt komischer Mensch, wenn man immer tut als ob alles gut wäre, einfach weggeht und sich Ausreden zusammen reimt warum man auf einmal jemandem nicht mehr nahe sein kann.
Ja und bitte öffnet die Augen und versteht das Schmerztabletten das Problem definitiv nicht beheben. Sie schieben es verdammt nochmal nur auf und dass die Dinger mich trotz Schontabletten mit Magenbluten ins Krankenhaus gebracht haben zeigt einfach dass die Teile absolut nicht ohne sind.
Also immer mal gucken ob es nicht doch noch andere Wege gibt. Ich hab mein Glück über Heilpraktik und ne Menge gezielte Übungen und Essen in Griff bekommen und dass obwohl bei mir lebenslang Tabletten in der Akte standen.

Ich weiß vielleicht wird da wieder was kommen, aber ich hab keine Angst mehr und alles andere das kommt mit der Zeit, wenn man nicht damit rechnet wird auf einmal alles gut.

Mein größtes Danke geht raus an die Menschen, die mir kleine oder große unvergessliche Momente geschaffen haben und an die die immer da waren.

Freitag, 27. Januar 2017

Für eine Nacht..



Weil Leben schön ist. Ganz egal was sich manchmal für ein Blödsinn zwischen die 'bittegehtnichtvorbeiMomente' mogelt.
Das sage ich jetzt wo ich versuche meine gratis Nacht mit Wlan im Krankenhaus möglichst schmerzfrei zu überstehen. Man kennt das ja, irgendwas ist immer.
Ich zähle gerne meine Wahnsinns Momente im Leben durch, schreibe sie auf, um sie immer und immer wieder durchzulesen und durchzugehen. Schaue mir meine Wand mit den Fotos an, weil es mir immer wieder zeigt wofür es sich lohnt.


Irgendwie versuche ich meist sowieso aus den tiefsten Tiefen des Universums, aus dem größtem Mist am Ende irgendwas Gutes aus der Sache zu ziehen. Doch heil ist diese Welt und ganz sicher unser Leben ganz und gar nicht. Die Meisten unter uns finden doch immer irgendwie irgendwo irgendetwas was nicht passt, sind viel zu viel damit beschäftigt damit sich einzubilden, dass wir das wollen was wir nicht haben können und wenn wir es haben uns zum Abschluss einzureden es gar nicht mehr zu wollen. Sowieso, sind wir ja immer viel lieber da wo wir gerade nicht sind und alles muss erst vorbei sein bis wir merken wie gut es uns eigentlich gefallen hat. Ja, ich wünsche mir ziemlich oft einfach zuhause sein zu können, ich liebe mein zuhause, aber weiß ich wenn ich zuhause bin, dass ich auch wieder sofort los will. Leben ist definitiv keine Glanzkugel, doch manchmal schon ziemlich nah dran. Man muss sich jedoch auch immer größte Mühe geben es zu einer zu machen und zu schätzen was vor den Augen eigentlich für bezaubernde Dinge abgehen. Und der Rest der geht so mit dem flow, einfach mit dem Leben. Der Zeit.


Leben ist manchmal doof, aber es einfach nur doof zu finden macht es auch nicht besser. Warum hassen wenn man lieben kann?
Halt dich am Leben, weil eben immer bessere Momente kommen. Halt dich am Leben für lange Strandspaziergänge mit Gitarre und Wein, für Sternschnuppennächte im Garten oder auf der Palette im Hafen, für die Nächte wo du mitten in der Nacht mit dein Besten durch die Gassen ziehst, für Tage wo du Kirschen direkt vom Baum essen kannst, für Tänze unterm Rasenspränger, Sonnenaufgänge oder einfach ein gemeinsames Frühstück. Bleib am Leben dafür. Es wird sich lohnen.


 Du hast in der Hand was du draus machst, also mach was schönes draus.

Fav Song: It's OK - Tom Rosenthal

Samstag, 21. Januar 2017

Reisen

Fast 5 Monate sind um. Zwischen Abschied und Ankommen, dann irgendwo leben. Mit jedem Tag den wir fuhren wurde klar, dass wir genau das Richtige tun. Den überfüllten Kleiderschrank auf einen Schuhkarton aus einem Hauch von Klamotten reduzieren. Wie schön es ist, dass alles was wir brauchen in diesem Auto ist. Diese paar Quadratmeter auf den wir leben und dabei zu merken wie man mit so wenig so glücklich ist. Mir fehlen etwas die Worte, weil was für eine Zeit geht vorbei. 
Der Fluss wurde zur Dusche, fließendes Wasser zur Besonderheit, Frühstücken in der Morgensonne, nachts mit offener Tür daliegen und hoch zum Himmel schauen. War alles nicht immer einfach, aber für 3 Monate umsonst campen, bisschen die Äste von Kiwibäumen abzwicken um etwas Geld zu verdienen, Pferdeäpfel einsammeln, die "paar Mückenstiche" und mit oder ohne das bisschen Abwasch am Abend würde ich es direkt wieder machen.  


Der Gedanke Familie und Freunde sind auf der anderen Seite der Welt und nicht mehr einmal über die Straße rüber laufen entfernt oder nebenan im nächstem Dorf, wird weiterhin komisch bleiben. Aber sowieso wird Entfernung viel zu überbewertet, Zeitverschiebung ist da schon weniger ideal. Hätte selbst nicht gedacht, dass ich meine Mama morgens aus dem Bett klingel, nur damit ich ihre Stimme höre die mir Mut zuredet. Dazu ein Hoch auf die heutige Technik. 
Ich war vor dem Ganzen hier fester Überzeugung mit einer Person 5 Monate zusammenleben krieg ich nicht hin. Ich bin halt ein Mensch der brauch seine Ruhe ganz egal vor wem. Mittlerweile habe ich das Gefühl genau andersrum kann ich nicht mehr. 
Was eine Reise, weil es wirklich alle Vorstellungen übertroffen hat. All die Leute die wir kennengelernt haben, die unendlich langen Straßen, die wunderschönen einsamen Strände, dieses einfach losfahren, Wasserfälle und all die Momente die wir aus vollem Herzen gelacht haben. Das ganze Zusammenleben einfach. Gleichzeitig ist der Gedanke, bald mit meinem Rucksack allein durch die Gegend zu holpern, bei neuen Leuten zu wohnen und mich langsam aber hoffentlich sicher auf den Weg nach Australien zu machen, auch ziemlich spannend.


So und jetzt werde ich mich zurück in mein kleines zuhause begeben, denn ich wurde gerade höfflich gebittet den McDonalds allmählich zu verlassen. Ich bin wirklich kein Freund von diesem Laden, ich trinke meine unglaublich ungesunde Cola auch nur um einen warmen Abend mit Wlan zu verbringen. Aber ich will mich gar nicht beschweren, denn unter freiem Himmel zu schlafen oder mit Blick auf Berge und Meer aufzuwachen ist auch nicht so übel. Außerdem mit seiner Kindergartenfreundin durch die Gegend zu düsen, das werd ich schon bald ziemlich vermissen.

Montag, 7. November 2016

Irgendwo im Norden

05/10/2016

Zeit verändert, Zeit heilt und das ist gut so.











Ein Haufen an Bildern durch Einsamkeit, über Schotterwege, vorbei an Schafen und Kühen.